Femke bastelt fleissig Weihnachtsdekoration, schon seit Wochen. Fuer Mirte haben wir ja auch einen Adventskalender gebastelt. Es darf aber auf gar keinen Fall eine Schneeflocke, oder ein Schneemann, oder aehnlich als Dekoration verwendet warden. Das ist naemlich unlogisch! Es gibt doch nie Schnee an Weihnachten. Komplett die falsche Jahreszeit!



Mit Stolz kann ich sagen, dass ich noch immer ein Stueck der Schokolade, die mir Mirte vor einem Monat aus Deutschland mitgebracht hat, besitze. Ich werde sie mit den anderen essen, wenn wir einen schoenen Film gucken oder ein Spiel spielen oder so aehnlich. In Deutschland konnte ich froh sein, wenn eine Tafel Schokolade einen Tag gehalten hat. Besonders, wenn ich fuers Abitur lernen sollte.
Dafuer freue ich mich hier darueber, dass die Aepfel endlich reif sind!!! Und seit gestern ist das Wetter wieder besser, dass heist auch die Tomaten haben eine Chance rot zu warden!



Immer wieder passiert es, dass wir abends kochen und merken: Oh, das ist der letzte Sack Feuerholz!
Also muss am naechsten Tag neues Holz heran geschafft werden. Auf unserem Grundstueck wachsen viele Eukalyptusbaeume, die nicht einheimisch sind, weshalb Gerry und Marcella sie faellen moechten. Dazu hat Marcella vor einigen Jahren die Rinde einiger Baeume aufgeschnitten, so warden sie schon trocken und sind einfacher zu faellen. Manchmal benutzen wir die Handsaege, manchmal aber auch die Kettensaege. Das mag Gerry aber nicht wirklich. Nicht das er ungern mit der Kettensaege arbeitet, aber er sagt, es ist so merkwuerdig einen baum. der Jahrzehnte zum Wachsen brauchte, innerhalb von einigen Sekunden zu faellen.



Die beste Nachricht von allen: Die Gaensebabys wurden von ihrer Mutter adoptiert! Sie folgen ihr jetzt ueberall hin und lernen, wie es ist eine richtige Gans zu sein. Echt praktisch, sie nicht mehr im Garten quieken zu hoeren. Nur Femke ist ein bisschen traurig, dass ihre Babys selbststaendig werden.

Wir haben die drei grossen Kaelber, die wir jeden Abend von ihren Muettern trennen mussten, verkauft. Es war ein merkwuerdiges Gefuehl zu wissen, sie das letzte Mal am letzten Abend von der Weide zu holen.
Am naechsten Morgen kam dann der Kaeufer. Er brachte einige Bekannte zum helfen und einer der Helfer besass ein Jeep, aber weil er den Helfer nicht gut genug kannte, hatte er auch eine Pistole dabei, fuer den Fall, dass der Helfer mit seinen Kaelbern auf dem Jeep abhaute. Die Kaelber wollten verstaendlicherweise nicht wirklich auf den Jeep und es sah echt traurig aus, wie sie dadrauf getrieben und gezogen wurden. Aber nun braucht der Kaeufer nur noch 4 weitere Kaelber, bis er genug fuer seine Hochzeit zusammen hat. Haetten wir die Kaelber nicht verkauft, haetten wir sie selbst geschlachtet (und gewusst, dass sie anstaendig geschlachtet warden). Aber eigentlich brauchen wir so viel Fleisch gar nicht.

Ich bin ein weiteres Mal mit Femke campen gegangen und wir haben sehr, sehr, sehr leckere Pfannekuchen gemacht. Ausserdem haben wir angefangen zusammen ein Buch zu lesen, und es hilft uns beiden, laut vorlesen zu ueben.
Andere Nachmittage verbrachte ich damit, ein Haus fuer die Landschaft von Femkes Modeleisenbahn zu bauen und stellte fest, das ich Trogonemie brauche, um den Winkel des Daches auszurechnen. Das erste Mal in meinem Leben brauche ich Trigometrie!!!

Letzten Freitag fuhren wir nach Pietermaritzburg, um Mirte abzuholen. Zunaechst ging ich zu Home Affairs, um mein Visum abzuholen. Leider musste ich feststellen, dass es nur fuer einen Monat verlaengert wurde. Weihnachten kann ich also immerhin noch auf der Farm verbringen, aber an Neujahr werde ich schon woanders sein.
Mirte stand im Stau und so hatten wir an dem Tag noch viel Zeit rumzuschlagen. Wir schauten uns einen sehr schoenen grossen Wasserfall an, und gingen in eine shopping mall. Verruecktes Gefuehl, all die Geschaefte in einer Mall zu sehen, nach drei Monaten Bauernhof. Femke und ich gingen auf ein Kettenkarussel. Ich weiss nicht, wann ich das letzte mal auf einem Kettenkarussel war. Es war sehr schoen.



23. November 2013 · Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt. · Kategorien: Uncategorized

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Ja, die Zeit vergeht.
Die Gaensebabys sind schon lange nicht mehr so suess wie am Anfang. Sie sind nervig laut, und scheissen, und lassen Femke nicht schlafen. Und es sind nicht mehr 9 sondern nur noch 5, was recht traurig ist, auch wenn Gaensebabys nervig sind.

Es hat geregnet. Und nicht nur einmal, sondern an mehreren Nachmittagen. Mit Gewitter und Hagel, so wie sich das im Sommer gehoert.

Jeden Nachmittag trennen wir die groesseren Kaelber von ihren Muettern, und manchmal gefaellt ihnen das gar nicht. Eines Abends waren Muetter und Kaelber so nervig, dass wir schliesslich nur schafften 2 Kaelber einzusperren. Das dritte weigerte sich. Also haben wir entschieden, dass wir einfach die Mutter, die eher auf uns hoert, einzusperren.
Was zur Folge hatte, dass wir am naechsten Tag einen kaputten Zaun vorfanden. Und den Rest der Woche damit verbrachten, ihn zu reparieren.

Apropo Zaun, unser Zaun wurde geklaut. Genauso wie mehrere Meter Telefonkabel zwischen unserer Farm und Richmond, was zur Folge hat, dass wir kein Telefon mehr haben. Aber dass ist hier so normal wie der Regen am Nachmittag.

Und dann hatte ich natuerlich einen sehr sehr schoenen Geburtstag, darueber schreibe ich spaeter mal.



Mirte und Femke werden zu hause unterrichtet. Jeden Morgen bestimmen Gerry und Marcella die Aufgaben fuer den Tag. Marcella ist ueberwiegend fuer Mathematik und Kunst verantwortlich und Gerry, der von anderen Freiwilligen “Wikipedia in Person” getauft wurde, fuer alles andere. Mirte verbringt dann den Vormittag auf dem sonnigen Balkon und arbeitet gewissenhaft und selbststaendig. Femke schnappt sich meist die Katzenbabys oder die Gaensekueken und macht ihre Schulaufgaben dort, wo es ihr gerade am besten gefaellt.
Weil Gerry der Meinung war, Mirte solle mehr Texte schreiben und sicherer am Computer und im Internet werden, hat er eine neue Aufgabe fuer sie gefunden. Mirte ist aber der Meinung, er hat sich das nur ausgedacht, weil er zu faul ist, den Freiwilligen aus den vergangenen Jahren zu schreiben, was auf der Farm so los ist. Mirtes neue Aufgabe ist, einen Blog ueber das Leben auf der Farm zu schreiben. Ich finde, sie schreibt richtig gut. Vielleicht habt ihr Lust, ihren Blog zu lesen.
http://growingupafarmergirl.wordpress.com/



Einige haben gefragt, was ich auf der Farm denn so zu tun habe. Also werde ich mal von meinen Aufgaben berichten.

Morgens um 8 Uhr warten die Milchkuehe schon vor unserem Haus. Sie kommen einfach selbststaendig und puenktlich und stellen sich in die Reihenfolge, in der sie normalerweise gemolken warden. Meistens zumindestens. Manchmal streiten sie sich ein bisschen, wer zuerst gemolken werden darf. Manchmal haben wir sie auch auf ein Feld auf der anderen Strassenseite gebracht und selbststaendig das Schloss oeffnen koennen sie noch nicht.
Inzwischen darf ich die meisten der Kuehe selbst melken. Ich bereite die Melkmaschine vor und spuele die Milchflaschen aus. Nach dem Melken kippen wir die Milch durch einen Filter, fuellen sie in Flaschen und kuehlen die Milch schnell ab. Manchmal machen wir aber auch Kaese, Yoghurt oder Rahm.
An einigen Tagen helfe ich, die Ziegen zu melken oder hole Futter fuer die Schweine. Dafuer gehe ich mit der Schubkarre und hole Abfaelle aus dem Hotel nebenan. Leider sind von den 50 Betten im Durchschnitt 0,5 belegt,und es gibt nicht viel Futter. Ausserdem rechnen die Angestellten nicht mit Gaesten, deswegen dauert es meist, bis sie das Tor oeffnen, um mich rein oder rauszulassen. Meist schliessen wir vorher Wetten ab, wie viel Futter da ist, und wie lange es wohl dauert, bis das Tor geoeffnet wird.

Nach einer Pause mit Tee und einem zweiten Fruehstueck sprechen wir ab, was an dem Tag gemacht werden muss. Das kann alles sein, z.B. Pflanzen von neuem Gemuese, das Ausmisten des Ziegenstalls, Reparieren von Zauenen und Bruecken, Feuerholz auf den Traktor laden, renovieren… Mit der richtigen Einstellung kann aber alles Spass machen. Wenn beim Ausmisten des Ziegenstalls ploetzlich 3 Ziegenbabys in die Schubkarre klettern ist das echt ein ganz suesses und lustiges Bild. Wenn ihre Mutter sich dann mit einem lautem bloeken meldet und in die frisch geputzte ecke scheisst, koennte ich mich darueber aergern, aber besser ich nehme es mit humor. wenn ich Steine zum reparieren der Bruecke sammel, kann ich meistens nicht anders, als anzufangen damit zu jonglieren. Also habe ich auch dabei recht viel Spass…

Um halb zwei ist Mittagessen und  ich habe Freizeit bis fuenf Uhr. Dann trennen wir Kuehe und Kaelber und ich helfe beim essen kochen.



In der letzten Woche war ich in Pietermaritzburg. Ich habe einen Antrag auf Verlaengerung meines Visums gestellt und bei der Gelegenheit einige Tage bei den Pfadfindern verbracht.
Hier ein Video von einem ihrer Lieder:

Sicher warten schon viele gespannt auf Neuigkeiten aus Südafrika. Das die in den letzten Wochen ausbleiben liegt daran, dass

  • es auf der Farm keinen Internetanschluss gibt

Diren will deshalb immer Dienstags in der Stadtbücherei den Blog bearbeiten, doch der letzte Dienstag war ein

  • Feiertag

Davor die Woche war sie mit

  • Pfadfindern unterwegs

Also brauchen wir uns keine Sorgen machen und warten alle ganz gespannt auf den nächsten Dienstag!

Ute