Am Freitag, so habe ich es ausgemacht, werde ich von der Familie von der Farm abgeholt. Auch die Pfadfinder fahren ubers Wochenende nach hause oder auf ein Pfadfinderlager.
Peter fahrt mich runter in die Stadt, aber nicht ohne mir erneut mit meinem Visum und meinem Handy zu helfen. Ich mochte mein Visum von drei Monaten auf sechs Monate verlangern und wir fahren zu Home Affairs um zu erfahren was uns dafur noch alles fehlt. Burokratie gibt es nicht nur in Deutschland. Leider kriegen wir hier in keiner Bank meinen Bankstatus, weil die keinen Zugriff dadrauf haben, und in Deutschland hab ich meinen Kontoauszug naturlich auf Deutsch bekommen, was Home Affairs aber auch nicht recht ist. Dann gehts auf zu dem Burgermeister, dessen guter Freund Peter zum Gluck ist, weil er fruher auch im Stadtrat war. Von dem bekomme ich eine Bestatigung meines Aufenthaltes. Damit nicht genug, zusammen kaufen wir ein neues Handy. Ohne war ich hier schon aufgeschmissen.
Peter setzt mich wieder in der Bibliothek ab, wo sich die Angestellten an meinem frisch gelernten Zulu erfreuen und mich in ihrer Mittagspause zu einem Spaziergang durch die Stadt einladen. Dann erhalte ich auch direkt noch einen Bibliotheksausweis und leihe mir ein Buch uber die Sprache der Zulu aus. Die Zeit vergeht also schnell und schon steht Mirta, eine Tochter von der Farm vor mir und bringt mich zum Auto. Mutter Marcella, die jungere Tochter Femke und Mirta waren fur eine Woche bei Verwandten am Strand. Der Vater hat sich in der Zeit alleine um die Farm gekummert. Alle sind mir sofort sehr sympatisch, sie nehmen mich wie ein Familienmitglied auf. Beim Essen unterhalten sich alle uber die Tiere auf der Farm und die Arbeit die getan werden muss, und die Kinder nehmen selbstverstandlich an jedem Entscheidungsprozess teil.
Die Farm ist total idylisch. Wer die Geschichte von Peterson und Findus kennt, sollte sich alles genau so vorstellen wie dort.
Gerade in der ersten Zeit vermisse ich zwar die Pfadfinder, aber ich hoffe, dass ich sie besuchen kann, ich muss ja so wie so noch mal nach Pietermaritzburg wegen des Visa.

495557

Pfadfinder und Lehrer

76

Glocke, eingeweiht durch Baden Powel

82

Woodbage, modisch als Kette

image505

Die Pfadfinder die im Scoutcamp sind, alles Jungs zwischen 18 und 22 Jahren, leiten
dort fur zwei Monate ein Schulprojekt. Schulen, die Pfadfindern als Projekt
anbieten, bringen ihre besten Kids mit. Die Jungs bringen ihnen mit viel
Energie und Spass bei, was der Klimawandel bedeutet und was dagegen getan
werden muss, wie HIV vorgebeugt werden kann oder auch, was fur Sterne und
Planeten es gibt, welche Knoten wann benutzt werden konnen und wie man mit
Karte und Kompass umgeht.  Das meiste
Wissen wird in Unterrichtsstunden vermittelt, 60 Kinder in dem einen Raum des
Scoutcamps. Teilweise benutzen die Jungs Laptop und Beamer fur ihre
Unterrichtsstunden.

Eben genauso wichtig ist aber, dass sie all die lustigen und lebhaften
ZuluTanze und Lieder oder uberall bekannte Energizer mit den Kids machen oder
mit ihnen Fussball spielen, sodass sie viel Spass haben und aus sich raus
kommen.

Drei Frauen sorgen in der Kuche fur beste Verpflegung und die Lehrer sind mude,
von den ganzen Energizern und begeistert, was ihre Kinder alles lernen. Also
die meisten Lehrer sind begeister, manche finden es nicht gut, dass ihre Kinder
uber Sex und HIV aufgeklart werden, aber das sind die wenigsten.

Finanziert wird das Ganze ubrigens durch

das Lotto.

Mein Container im Pfadfinderlager

73

Unterrichtsraum

66

9736

3739

Praktischerweise arbeiten Colin und sein Chef am nachsten Tag in Pietermaritzburg, so konnen sie mich mitnehmen. Sie setzen mich vor der Bibliothek ab, wo die freundlichen Mitarbeiter mein handy aufladen, was nichts bringt, da der bildschirm kaput ist und nur Schwarz anzeigt. Trotzdem geht alles gut, und Peter holt mich bald ab.
Peter ist mir sofort sympatisch. Er ist ungefahr siebzig, Pfadfinder seit er 7 ist, und er lachelt und macht freundliche Kommentare, wo immer er auch hingeht. Spricht ihn ein Zulu an, antwortet er nicht in Englisch, sondern ebenfalls auf Zulu, was alle uberrascht und freut.
Bevor wir zum Lexden Scout Camp fahren, gehen wir auf eine Auktion, denn Peter will neue Matratzen fur die Pfadfinder ersteigern. Der Leiter spricht ungefahr 5 mal so schnell wie ich um all die Mobel und Haushaltsgegenstande anzupreisen und hat einen guten Blick dafur, wer zuerst welches Gebot abgegeben hat. Peter hat aber leider kein Gluck, die Matratzen gehen fur einen hohen Preis an andere Leute.
Schliesslich erreichen wir Lexden, und ich werde freundlich empfangen von ca. 8 Pfadfindern, die mich neugierig uber Pfadfinder in Deutschland ausfragen. Naturlich erfahre ich im Gegenzug auch etwas uber Pfadfinder in Sudafrika. Es gibt hier viele Pfadfinder und zwar besonders viele schwarze Pfadfinder. Die Pfadfinder haben so manchen vor Kriminalitat und Drogen gerettet, sagen die Pfadfinder, vielleicht auch sie selbst. Deswegen sind sie sehr von dem Gedanken der Pfadfinderei uberzeugt. Die Pfadfindergruppen arbeiten entweder mit den Dorfgemeinschaften und der Stadt zusammen, oder sie organisieren sich uber die Schulen. Wie bei uns gibt es Wolflinge, Pfadfinder und Rover, aber auch sehr sehr viele Range, die den Pfadfindern hier sehr wichtig sind. Sie zu verdienen ist ein grosses Ziel von ihnen. Einer davon, den es auch in Deutschland gibt, ist zum Beispiel Woodbadge. Neben dem Pfadfinderwissen ist aber auch den Zulu Pfadfindern der Spass sehr wichtig; ihre Lieder, Tanze und Energizer sind sehr lebhaft und lustig, und es vergeht kaum eine Minute ohne sie.
Ebenfalls typisch hilfsbereiter Pfadfinder hat sich Peter bereiterklart Matratzen, die im Pfadfinderlager nicht mehr gebraucht werden, zum Haus der Gartnerin zu fahren, die in einem relativ guten Township wohnt. Ich begleite ihn, und danach zeigt er mir den Ort, an dem Mandela seine letzte Rede gehalten hat, bevor er gefasst und eingesperrt wurde, und den Bahnhof, an dem Ghandi mit der Begrundung aus dem Zug geschmissen wurde, er konne nicht in dem Abteil fur weisse sitzen, obwohl er ein gebildeter Mann war.

41535450245

03. September 2013 · Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt. · Kategorien: Everyday

Dieser Beitrag ist passwortgeschützt. Um ihn anzusehen, trage das Passwort bitte hier ein:

03. September 2013 · Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt. · Kategorien: Traveling

Dieser Beitrag ist passwortgeschützt. Um ihn anzusehen, trage das Passwort bitte hier ein:



Mein erstes Mal Couchsurfing, und dass in Durban, der drittgroessten Stadt Sudafrikas, bei einem Couchsurfer der noch uberhaupt keine Referenzen in seinem Profil hatte. Ich war schon ziemlich besorgt, ob das denn eine gute Idee ist.

Schliesslich entschied ich mich dafur und bereute es auch direkt sehr, als ich ca. 1 Stunde an der Bushaltestelle wartete, mit dem dicken Rucksack und nicht wissend, warum der Couchsurfer Colin nicht kam.

Als er dann aber schliesslich kam, wusste ich aber sofort, dass ich ihm vertrauen konnte. Er entschuldigte sich, dass er langer arbeiten musste und sich mit den Bussen in Durban noch nicht so gut auskennt.

Colin ist in Zambia geboren, der Heimat seiner Mutter. Sein Vater stammt aus den USA, wo Colin auch die Highschool besuchte. Im Moment wohnt er in Durban in der Wohnung seiner Schwester, weil er hier einen Job gefunden hat.

Schnell handeln wir mit einem Taxifahrer aus, das e runs fur 60 Rand vom Busbahnhof zu dieser Wohnung fahrt. Die Wohnung ist im zweiten Stock eines Wohnblocks, der durch einen Sicherheitsmenschen bewacht wird. Sie hat zwei Zimmer, eine Kuche und ein Badezimmer, und ich schatze, insgesamt sin des 20 Quadratmeter fur Colin und seine Schwester. Die kleine Wohnung und das ich mit Colins Schwester in einem Bett schlafe, stort mich uberhaupt nicht, denn die beiden sind einfach total herzlich und gastfreundlich.



Klimadiagramm Johannesburg

In Johannesburg ist jetzt bald Frühling und es fängt an zu regnen :)

Johannesburg wird auch Ort des Goldes genannt, da die Stadt  1886 durch Goldgräber gegründet wurde.  Dadurch bekam die Region einen höheren ökonomischen Stellenwert und es bauten sich ökonomische Spannungen zwischen den Buren (südafrikanische Einwanderer ab 1642 mit europäischen Wurzeln) und den Briten auf. Ab 1910 setzte sich die ,, Rassentrennung“ in Johannesburg durch und es entwickelten sich riesige Townships.  Bekanntestes Viertel ist der Southern Western Township, da hier Nelson Mandela lebte. Die Apartheit-Politik wurde ab 1950 von der Nationalpartei durchgeführt und es entstanden sogenannte Afrikaans, die Gebiete der Weißen.  Die dunkelhäutige Bevölkerung wehrte sich gegen dieses System, wodurch es 1976 zu großen blutigen Unruhen in Johannesburg kam (550 Tote).  Anfang der 1990-er Jahre wurde die Apartheit erst abgeschafft.  Eddy Grant schrieb 1988 das Lied ,,give me hope Jo´anna“, der Song fordert das Ende der Apartheit in Johannesburg.  In der heutigen Zeit ist eines der größten Probleme in Johannisburg die hohe Kriminalitätsrate.

Heutzutage ist Johannesburg eine bunte vielfältige Metropole und die Ethnien leben nicht mehr getrennt.

Die Metropole erwirtschaftet 40% des BIPs  von der Region Gauteng und 16% des BIPs von Südafrika.

Interessant zu Verkehr in der Stadt fand ich, dass es dort die Minibustaxen gibt, welche hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung genutzt werden und um welche es die Taxikriege geben soll, da die Wagen immer nur tageweise vermietet werden an die Fahrer. Die größte und meistbefahrene Autobahn Südafrikas um Johannesburg ist 12-spurig!

i.A. Christine



Was ich heute so gemacht hab: Eingekauft (Shopping Mall ist hier größerer als alles, was es in Wuppertal gibt.), Südafrikanische Simkarte gekauft und aktiviert, mich mit den Leuten im Hostel unterhalten, ca. 20 min. zum Shoppingcenter in der Nähe gegangen, mich dort mit Billy getroffen (über couchsurfing ausgemacht) zusammen was getrunken, dann hat er mir ein bisschen von der Stadt gezeigt, auch soweto, ein township. zurück zum Hostel, gekocht, und gerade versuche ich moglichst viel innerhalb von einer stunde zu schreiben. denn internet kostet hier im hostel.

Die Stadt: Groß, Verkehr gar nicht mal so chaotisch wie in China oder Ecuador, ein paar Straßenverkäufer, Häuser natürlich meist gut gesichert. auf den ersten Blick wirkt also alles ziemlich modern.
wenn man sich dann aber soweto anguckt… entweder kleine Häuser oder Wellblechhütten ohne Strom und Wasser, das ein oder andere Dixi-Klo gibt es…

Leute: im Hostel sehr nette Leute. Gestern waren noch ca 20 leute hier, die gerade ein FSJ in Südafrika beginnen, also konnte ich fleißig Blogadressen einsammeln, war interessant mich mit ihnen auszutauschen. Dann hab ich auf meinem ersten weg zur Shoppingmall Stephanie getroffen, die zufällig im gleichen Moment loswollte, dorthin. (sehr praktisch). sie kommt aus Deutschland aber lebt seit vielen jahren in Südafrika und hat ihren traum verwirklicht im einen Wildpark als Rangerin zu arbeiten.
Billy. Mit ihm zu sprechen war besonders interessant, zu ihm kann ich mehr schreiben.

Gespräch mit Billy:

Billy kommt aus Mozambique und ist nach Johannesburg gekommen, weil er hier einen Job gefunden hat. Er ist Elektroingenieur, reist so oft wie er kann, einmal im Jahr und hat schon viele couchsurfer aufgenommen oder Leuten Johannesburg gezeigt. Sonntags findet bei ihm in der Wohnung immer ein evangelischer Gottesdienst statt, mit Gitarre, Banjo und Gospel.
Wir haben uns viel uber das Leben in Europa, Deutschland und Südafrika unterhalten.

Was Billy mir erklart hat, ist im Grunde, dass fast jeder Sudafrikaner den Traum von einem eigenem Haus in der Vorstadt und einem Auto hat. Auch ich werde haufig gefragt, wie denn mein Traumauto aussehe. Viele Sudafrika denken recht materialistisch, was ja auch logisch ist, da sie nur mit Geld uberleben konnenDass ich gar nicht unbedingt ein Auto haben mochte, ist fur sie ein schwer verstandlicher Gedanke.

 



Bin im Hostel in Johannesburg angekommen.



Noch ist nicht alles gepackt und die Aufregung steigt, doch trotzdem bin ich heute morgen zusammen mit meiner Mutter einkaufen gegangen. Es hat mich interessiert, welche Lebensmittel wir hier kaufen, die aus Südafrika kommen. Hier eine kleine Auswahl:

Aldi


Akzenta
Mir ist nie aufgefallen, dass es bei Akzenta so viele verschiedene Orangen gibt. Und im Moment geschätzt jede zweite Orange aus Südafrika kommt. Aus Zeitmangel habe ich mich auf die Obsttheke beschränkt.

Vielleicht fällt euch beim nächsten Einkaufen ja auch noch etwas auf.